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Prokrastination in der Promotion: Ursachen verstehen und überwinden

Prokrastination in der Promotion: Ursachen verstehen und mit bewährten Strategien das Aufschieben überwinden.

Dr. Johannes Weigl Aktualisiert am 01. März 2025

Prokrastination in der Promotion

Sie finden wahrscheinlich keinen Menschen, der noch nie prokrastiniert hat und eine Aufgabe unendliche Male auf „morgen” verschoben hat. Oftmals wird Prokrastination mit Faulheit gleichgestellt, dabei sind viele Menschen, die prokrastinieren, unglaublich produktiv. Wenn Faulheit also nicht der Grund ist, was dann?

Was die meisten nicht wissen, ist, dass Prokrastination nicht das Problem an sich ist, sondern lediglich das Symptom eines anderen, viel tieferliegenden, Problems. Sobald die Ursachen, die zu diesem Vermeidungsverhalten führen, identifiziert und behoben worden sind, verschwindet auch der Drang, eine Aufgabe auf „morgen” zu verschieben. Versprochen.

Prokrastination hängt oft mit perfektionistischen Erwartungen zusammen. Je höher jedoch die Erwartungen sind, die man an sich selbst stellt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, diese nicht zu erfüllen. Man hat Angst, zu versagen. Statt sein Bestes zu geben, reagiert man mit noch mehr Prokrastination. In anderen Worten: Wir fühlen uns aufgrund überhöhter Erwartungen nicht in der Lage, mit der Arbeit zu beginnen. Das führt zu Schuldgefühlen, denn wir wissen, dass wir, indem wir prokrastinieren, uns selbst und jemand anderes enttäuschen. Wir versuchen diesen negativen Gefühlen zu entfliehen indem wir Dinge tun, die uns leichter fallen oder mehr Spaß machen – das schlechte Gewissen ist jedoch immer an unserer Seite, weshalb wir die Dinge, die uns eigentlich Spaß machen, nicht richtig genießen können. Diesem negativen Kreislauf kann man nur entkommen, wenn man versteht, aus welchem Grund die Arbeit an einer bestimmten Aufgabe vermieden wird.

Die Gründe von Prokrastination verstehen

Die Angst, zu versagen

Prokrastination wird oft im Zusammenhang mit Perfektionismus und Selbstkritik beobachtet. Man befürchtet, seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht zu werden. Der eigene Selbstwert wird mit dem Wert der Arbeit gleichgesetzt, Kritik an der Arbeit wird also als Kritik an der eigenen Person verstanden. Prokrastination wird hier auch angewandt, um eine niedrigere Qualität der Arbeit zu rechtfertigen.

Die Angst, erfolgreich zu sein

Ein weiterer Grund, der häufig zur Prokrastination verleitet, ist die Angst, erfolgreich zu sein. Das klingt zunächst einmal paradox. Erfolg kann jedoch zu weitreichenden Veränderungen führen, die oft mit Ungewissheit verbunden sind und diese Ungewissheit kann paralysierend sein. Man versucht mit Prokrastination den Zeitpunkt der Veränderung ins Unendliche hinauszuzögern. In manchen Fällen führt das dazu, dass jemand anderes diese Entscheidung für einen trifft.

Der Weg des geringsten Widerstands

Prokrastination ist der Weg des geringsten Widerstands. Der Weg des geringsten Widerstands ist jedoch gepflastert mit Entschuldigungen, schlechtem Gewissen und Chipstüten neben dem Sofa. Dieser Weg ist vielleicht bequem, jedoch nicht die richtige Abzweigung, wenn Sie Ihre Ziele erreichen möchten.

Prokrastination überwinden – mit den richtigen Strategien zurück zur Dissertation

So überwinden Sie Prokrastination in der Promotion

Hier ist die gute Nachricht: Prokrastination ist gelerntes Verhalten, was bedeutet, dass Sie dieses Verhalten mit den richtigen Schritten auch wieder verlernen können.

Große Aufgaben in kleine Schritte zerlegen

Statt sich vorzunehmen, ein ganzes Kapitel zu schreiben, setzen Sie sich das Ziel, einen einzigen Absatz zu verfassen. Der erste Schritt ist immer der schwierigste – danach kommt oft der Fluss von allein.

Feste Schreibzeiten etablieren

Blocken Sie regelmäßig feste Zeitfenster für Ihre Dissertation. Behandeln Sie diese Termine wie einen wichtigen beruflichen Termin, den Sie nicht absagen können.

Perfektionismus loslassen

Ein erster Entwurf muss nicht perfekt sein. Erlauben Sie sich, zunächst einen „schlechten” Text zu schreiben – überarbeiten können Sie ihn später immer noch.

Professionelle Unterstützung suchen

Während Sie an Ihrer Promotion arbeiten, werden Sie immer mal wieder den Drang verspüren, zu prokrastinieren. Wir finden zusammen mit Ihnen heraus, welche Ursachen zu diesem Verhalten führen und entwickeln Strategien, die Ihnen helfen, in diesen Momenten die richtige Entscheidung zu treffen und sowohl die Freude an Ihrer Arbeit als auch Ihren Freizeitaktivitäten zurückzugewinnen.


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Meist gestellte Fragen

Was sind die häufigsten Ursachen für Prokrastination in der Promotion?
Die häufigsten Ursachen sind Perfektionismus, Versagensangst, fehlende Struktur, ein unklares Forschungsthema und mangelnde Unterstützung durch den Betreuer. Prokrastination ist oft ein Symptom tieferliegender Probleme.
Wie kann ich Prokrastination bei meiner Dissertation überwinden?
Setzen Sie sich kleine, erreichbare Tagesziele, schaffen Sie feste Schreibzeiten, nutzen Sie Techniken wie die Pomodoro-Methode und suchen Sie sich eine Schreibgruppe oder einen Coach für regelmäßiges Accountability.
Ist Prokrastination bei Promovierenden normal?
Ja, Prokrastination ist unter Promovierenden weit verbreitet. Studien zeigen, dass über 70 Prozent der Doktoranden regelmäßig prokrastinieren. Es ist wichtig, dies als normales Phänomen zu erkennen und aktiv dagegen anzugehen.
Wann sollte ich mir professionelle Hilfe bei Prokrastination suchen?
Wenn die Prokrastination über mehrere Wochen anhält, Sie kaum Fortschritte machen oder die Situation Sie stark belastet, sollten Sie professionelle Unterstützung durch ein Promotionscoaching in Betracht ziehen.
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